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Natur aus Menschenhand

Trockenrasen

Natur aus Menschenhand

An extremen Standorten entstehen natürliche waldfreie Flächen, sogenannte primäre Trockenrasen wie Fels- und Steppenrasen.

Wo es mehr Nährstoffe und Wasser gibt, wachsen ohne menschliche Eingriffe auch Sträucher und Bäume. Nur durch Beweidung und regelmäßiges Mähen bleiben diese Halbtrockenrasen frei von Wald. Die jahrtausendealte „Natur aus Menschenhand“ zeichnet sich durch offene Blühflächen, offene Böden, alte Hecken und Bäume aus. Hier lebt eine Vielzahl an spezialisierten Arten wie der Eulenfalter (Autophila dilucida) und der Spanner (Scotopteryx vicinaria). Diese beiden kommen in Österreich nur bei uns im Oberen Gericht vor.

Die Steppenrasen in Kauns, Kaunerberg, Faggen und Fließ bilden zusammen das größte Trockenrasengebiet Tirols. Weite Teile davon sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen und werden vom Naturpark Kaunergrat betreut.

Verbuschung und Gegenmaßnahmen

Bis 1970 gab es große, kaum verbuschte Trockenrasengebiete in der Region. Mit dem Rückgang der Beweidung in den folgenden 30 Jahren breitete sich Feldgehölz wie Sträucher in den drei Weidegebieten in Fließ stark aus, auch die Waldfläche wurde größer. Mit der aktiven Schutzgebietsbetreuung konnten die noch intakten Trockenrasen erhalten und bereits verbuschte Flächen wiederhergestellt werden.

Pflegemaßnahmen seit 2003 umfassen Beweidung, Mahd sowie den Bau von Zäunen und Viehtränken. In 25.000 Arbeitsstunden wurden 18.000 Laufmeter Zaun und 1.500 Laufmeter Wasserleitungen in den Weidegebieten installiert. Der Erfolg lässt sich an der Wiederausbreitung des Trockenrasens und dem Rückgang der Waldflächen ablesen.