Das große Flattern beginnt in der Dämmerung. Wenn das Tageslicht schwindet, bricht die Zeit der Nachtfalter an. Im Dunkeln orientieren sie sich gut, Nachtflüge meistern sie problemlos. Tagsüber nehmen wir sie hingegen als Schattenwesen wahr: fast reglos, unauffällig gefärbt und mit Augen schwarz wie die Nacht.
So funktioniert’s: Die Linsenschicht der Nachtfalteraugen ist nicht glatt, sondern hat unzählige kleine Erhebungen. Sie lässt alles auftreffende Licht durch und wirft nichts davon zurück. Falter wie der Kiefernspanner sehen dadurch nachts auch bei schwachem Licht gut und sind tagsüber vor Fressfeinden geschützt. Ihre nicht reflektierenden Augen und die gedeckten Farben der Flügel machen Nachtfalter für Vögel nahezu unsichtbar.
→ Die nur wenige Nanometer großen Erhebungen auf der Linsenschicht der Nachtfalteraugen lassen sich künstlich nachahmen. Nach ihrem Vorbild werden nicht reflektierende Beschichtungen von Brillengläsern, Bildschirmen und Solarzellen hergestellt.