Moore wachsen langsam. Da der Sauerstoff knapp ist, zersetzen sich abgestorbene Pflanzenteile nur zum Teil. Der Rest sinkt auf den Grund und bildet die Torfschicht. 1 bis 2 mm kommen in einem Jahr dazu. Für eine Stärke von 9 m, wie das Piller Moor sie hat, sind 10.000 bis 12.000 Jahre nötig. In dieser langen Zeit werden Moore zu wahren Speicherwundern. Ein Drittel des Kohlenstoffs, der in allen Böden der Welt lagert, liegt in Mooren. Sie zu erhalten, ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Denn nur solange Moore intakt sind, gelangt der Kohlenstoff nicht in die Atmosphäre.
Moore entstehen, wenn ein See verlandet. Verschiedene Pflanzenreste lagern sich als Torfe ab: Seggentorf bildet sich aus Schilf und Gräsern, Sphagnumtorf aus Torfmoosen, darunter liegt die Gyttia, ein fossiler Unterwasserboden.
Acrotelm und Catotelm bezeichnen die lebende obere und die abgestorbene untere Moorschicht. Im 0,5 bis 1 m dicken Acrotelm schwankt der Wasserspiegel. Im bis zu 10 m dicken Catotelm bleibt das Verhältnis von Torf und Wasser stabil.
In der Mitte, der baumlosen Hochmoorweite, wölbt sich ein Hochmoor auf. Die abfallenden äußeren Zonen werden Randgehänge genannt, der Sumpf am Rand heißt Lagg.
Moore bedecken nur 5 Prozent der Landfläche der Erde, doch sie speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem. Pro Hektar lagern sie 10 Mal so viel ein wie natürliches Grünland (Grasland) und 20 Mal so viel wie landwirtschaftftlich genutztes Grünland (Wiesen).