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Sonnentau

Sonnentau
Drosera spp.

Wo der Boden wie im Moor nur wenige Nährstoffe bietet, überleben Ernährungsspezialisten wie der Sonnentau besser als andere Pflanzen. Er holt sich aus tierischer Nahrung, was er braucht: Stickstoff zum Wachsen und Phosphor zum Speichern von Energie. Die fleischfressende Pflanze hat an jedem Blatt bewegliche, klebrige Tentakel. Setzt sich ein Insekt darauf, bleibt es haften. Es wird vom Blatt umschlossen und verdaut.

Die Tentakeln sondern Enzyme ab, welche die Beute langsam zersetzen. Die gelösten Nährstoffe werden über Drüsen an der Blattoberfläche aufgenommen.

Drüsenzellen an den Blättern scheiden ein zuckerhaltiges Sekret (Fangschleim) aus. Die glitzernden Tröpfchen und die leuchtende Farbe der Blätter locken Insekten an.

Die Randtentakeln des Blattes reagieren auf Berührung und chemische Reize. Das Blatt rollt sich um das Insekt herum ein.

Der Sonnentau ist 10 cm hoch.

Familie

Droseraceae, Sonnentaugewächse

Gattung

Drosera, Sonnentau

Arten

244

Von den 244 Arten weltweit (Stand 2018) sind drei in Mitteleuropa heimisch: der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia), der Langblättrige Sonnentau (Drosera anglica) und der Mittelblättrige Sonnentau (Drosera intermedia). Alle drei Arten kommen in den Mooren am Piller Sattel vor.

Verbreitung

Sonnentau wächst nahezu weltweit. Australien stellt mit über 50 Prozent aller Arten das Hauptverbreitungsgebiet dar.

Gefährdung und Schutz

Auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen gilt der Mittelblättrige Sonnentau als gefährdet, der Rundblättrige und der Langblättrige sind potenziell gefährdet. Alle Sonnentau-Arten sowie ihre seltenen bis sehr seltenen Lebensräume sind in der Tiroler Naturschutzverordnung 2006 geschützt.

Starker Stoff. Kleber

Die Drüsenhaare von fleischfressenden Pflanzen produzieren erstaunlich klebrige Stoffe. Ihre Klebekraft ist vier Mal so stark wie die von Fliegenfallen. Diese natürlichen Kleber werden wissenschaftlich erforscht, um neuartige Bindemittel zu entwickeln