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Torfmoose

Torfmoose
Sphagnum spp.

Torfmoose sind echte Hungerkünstler. Das knappe Angebot an Nährstoffen im Moor nützen sie auf zwei Arten: In ihren lebenden Zellen treiben sie Photosynthese, sie wandeln Sonnenenergie in chemische Energie um. In ihren abgestorbenen Zellen und zwischen den Pflanzenteilen speichern sie Wasser. Daher fühlen sie sich an wie ein Schwamm.

Torfmoose haben keine Wurzeln, sondern nehmen Nährstoffe durch Ionenaustausch über die Zellwände auf. Alles, was sie zum Leben brauchen, bekommen sie aus Regenwasser, aus Tierkot und aus Staub, den der Wind zu ihnen trägt.

Torfmoose sterben unten ab und wachsen oben weiter. An der Spitze bilden die Äste eine dichte Rosette.

Die Äste der Torfmoose wachsen büschelweise an den Stämmchen. In regelmäßigen Abständen stehen jeweils zwei bis sieben Äste zusammen.

Torfmoose haben eine enorme Speicherfähigkeit. Das Gewicht des Wassers, das sie einlagern, ist 17 bis 30 Mal höher als ihr Eigengewicht.

Die Köpfchen der Torfmoose sind 1 cm groß.

Ihre Farbe bekommen die Moose von den Farbstoffen der Zellwände. Lebende Zellen sind grün, abgestorbene Zellen sind braun bis leuchtend rot.

Im Moor wird aus abgestorbenen Pflanzenteilen ein besonderer Bodentyp, das Torf. Die Torfschicht wächst sehr langsam, nur rund 1 Meter in 1.000 Jahren.

Familie

Sphagnaceae, Torfmoose

Gattung

Sphagnum, Torfmoos

Arten

14

in den Mooren am Piller Sattel

Wichtige torfbildende Arten sind das Magellans Torfmoos (Sphagnum magellanicum), das R.tliche Torfmoos (Sphagnum rubellum), das Braune Torfmoos (Sphagnum fuscum), das Warzige Torfmoos (Sphagnum papillosum) und das Spitzbl.ttrige Torfmoos (Sphagnum capillifolium). In den Mooren auf dem Piller Sattel kommen 14 Arten vor

Fakt

Torfmoose können unbegrenzt wachsen. Im Moor sind sie beinahe unsterblich.

Verbreitung

Torfmoose wachsen – abgesehen von der Antarktis – auf der ganzen Welt. Man findet sie in n.rdlichen Regionen wie Kanada und Sibirien, an kühlen, nassen Orten im Gebirge, am Amazonas und am Kongo, auf Inseln wie Irland oder Indonesien. Sie wachsen in nährstoffarmen Feuchtgebieten und an Gewässern, Wäldern und im Schatten von Felsen.

Gefährdung und Schutz

Torfmoose brauchen das Moor zum Leben. Werden Moore trockengelegt oder abgebaut, dann werden sie von anderen Pflanzen verdrängt. In der Tiroler Naturschutzverordnung sind nicht nur alle vorkommenden Torfmoosarten geschützt, sondern auch ihre seltenen bis sehr seltenen Lebensräume.