Insekten anlocken, schöner sein als andere Gewächse und gefräßige Räuber loswerden – das alles erreichen Blütenpflanzen mit Farben, Düften und anderen chemischen Stoffen. Der Mensch nützt diese „sekundären Pflanzenstoffe“, indem er sie zum Beispiel mit Wasser oder Ölen herauslöst oder ganze Pflanzenteile verwendet. So wird die Blumenwiese für ihn zum Gewürzregal und zur Apotheke.
Im Naturpark Kaunergrat finden sich besonders artenreiche Bergwiesen. Anlässlich einer Forschungsexpedition der Eurasian Dry-Grassland Group (EDGG) im Juli 2018 konnten an zwei Probeflächen 71 bzw. 66 Pflanzenarten auf jeweils 10 m² nachgewiesen werden. Das ist österreichischer Rekord. Der europäische Durchschnitt auf natürlichem oder „halbnatürlichem“ Grünland liegt bei ca. 40 Arten.
Artenreiche Bergwiesen gelten in Österreich und innerhalb der EU als gefährdet bis stark gefährdet. Sie werden in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) als natürliche und naturnahe Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse geführt.