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Apotheken

„Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken.“

Insekten anlocken, schöner sein als andere Gewächse und gefräßige Räuber loswerden – das alles erreichen Blütenpflanzen mit Farben, Düften und anderen chemischen Stoffen. Der Mensch nützt diese „sekundären Pflanzenstoffe“, indem er sie zum Beispiel mit Wasser oder Ölen herauslöst oder ganze Pflanzenteile verwendet. So wird die Blumenwiese für ihn zum Gewürzregal und zur Apotheke.

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Arnika
Arnica Montana

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Hauptwirkstoffe: Ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone (z. B. Helenalin), Flavonoide, Cumarine, Xanthophylle, Polysaccharide

Verwendung: Die Blüten der Pflanze (Arnicae flos) liefern den Inhaltsstoff Helenalin. Dieser wirkt antimikrobiell, entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Arnika ist geschützt und darf in der Natur nicht gesammelt werden.

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Feld- oder Arzneithymian
Thymus Pulegiodes

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Hauptwirkstoffe: Ätherisches .Ö, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Triterpene

Verwendung: Die oberirdischen Pflanzenteile (Thymi herba) sind wegen ihrer intensiven Aromen als Gewürz beliebt. Bei Magen- und Atemwegsbeschwerden wird Thymian als Arzneipflanze eingesetzt (v. a. Echter Thymian, Thymus vulgaris)

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Schafgarbe
Achillea Millefolium

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Hauptwirkstoffe: Ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Gerbstoffe, Cumarine

Verwendung: Die oberirdischen Pflanzenteile (Millefolii herba) wirken entzündungshemmend, krampflösend, antimikrobiell und verdauungsfördernd.

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Gelber Enzian
Gentiana Lutea

Familie: Enziangew.chse (Gentianaceae)

Hauptwirk- und andere Inhaltsstoffe: Secoiridoidglykoside (Bitterstoffe), verschiedene Zucker

Verwendung: Die Bitterstoffe, mit denen sich der Gelbe Enzian vor Tierfraß schützt, regen in Magenbitter und Aperitif den Appetit an. Enzianbrand aus den Wurzeln ist ein beliebter Verdauungsschnaps.

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Blauer Eisenhut
Aconitum Napellus

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Toxische Inhaltsstoffe: Alkaloide, Komplex von Diterpen und Norditerpenalkaloiden wie Aconitin.

Vergiftung: Aconitin wird durch die Haut und mehr noch über die Schleimhäute aufgenommen. Daher besteht bereits bei der Berührung der Pflanze etwa durch spielende Kinder Vergiftungsgefahr!

Tödliche Dosis für Erwachsene: 2–5 mg Aconitin oder 1–2 g der getrockneten Knolle

Alle Eisenhutarten zählen in Tirol zu den teilweise geschützten Pflanzen.

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Weißes Germer
Veratrum Album

Familie: Liliengewächse (Liliaceae)

Toxische Inhaltsstoffe: Steroidalkaloide v. a. im Rhizom (Sprossachse) und in den Wurzeln

Vergiftung: Veratrum-Alkaloide werden sowohl über die Schleimhäute als auch über die intakte Haut schnell aufgenommen.

Tödliche Dosis für Erwachsene: 110–20 mg Alkaloidgemisch, 1–2 g der getrockneten Wurzel

Pflanzenarten

Im Naturpark Kaunergrat finden sich besonders artenreiche Bergwiesen. Anlässlich einer Forschungsexpedition der Eurasian Dry-Grassland Group (EDGG) im Juli 2018 konnten an zwei Probeflächen 71 bzw. 66 Pflanzenarten auf jeweils 10 m² nachgewiesen werden. Das ist österreichischer Rekord. Der europäische Durchschnitt auf natürlichem oder „halbnatürlichem“ Grünland liegt bei ca. 40 Arten.

Gefährdung und Schutz

Artenreiche Bergwiesen gelten in Österreich und innerhalb der EU als gefährdet bis stark gefährdet. Sie werden in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) als natürliche und naturnahe Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse geführt.