Industrielle Imkerei zielt auf hohe Erträge ab. Sie setzt Bienenrassen wie die Krainer Biene (Apis mellifera carnica) oder die Zuchtrasse Buckfast ein, die schon früh im Jahr Nektar sammeln. Die Imkereien im Naturpark Kaunergrat haben auf die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) umgestellt, in Tirol auch Braunelle genannt. Diese seltene, alte Honigbienenrasse ist gut an das Klima im Kaunertal angepasst. Sie lebt in kleineren Völkern als die Krainer und die Buckfastbiene und sammelt weniger Nektar. So können Wildbienen neben ihr im selben naturnahen Lebensraum bestehen.
15.000 - 20.000
Dunkle Bienen
500
Bienenvölker
15.000 bis 20.000 Dunkle Bienen bilden ein Volk. Bei der Buckfastbiene sind es bis zu 80.000 Individuen. 500 Bienenvölker der Dunklen Biene leben im Kaunertal. Das sind 40 Prozent des österreichischen Bestands.
100
Liter pro Jahr
1/12
Teelöffel pro Biene
100 Liter Honig produziert ein Bienenvolk pro Jahr. 80 Liter benötigt es selbst, 20 Liter bleiben für den Imker/die Imkerin. 1/12 Teelöffel Honig produziert eine Biene in ihrem Leben.
3 Wochen
später als die Krainer Biene
wird die Dunkle Biene aktiv. So ist sie vor späten Kälteeinbrüchen geschützt.
In Österreich leben aktuell ca. 420.000 Bienenvölker, die meisten von ihnen in Oberösterreich (24 %), in der Steiermark (21 %) und in Niederösterreich (19 %). Die Nr. 1 bei den Bienenrassen ist noch immer die Krainer Biene. Aufgrund der höheren Produktivität stellen aber immer mehr Erwerbsimkereien auf die Italienische Biene und die Buckfastbiene um. Selbst bei gleicher Völkerzahl vervielfacht sich damit die Anzahl an Honigbienen und der Bedarf an Pollen für deren Aufzucht. Dieser Pollen fehlt den Wildbienen und gefährdet ihren Bestand zusätzlich.
Weltweit gibt es neun Bienenarten. In Europa lebt die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), die in den folgenden vier Bienenrassen vorkommt:
Die Buckfastbiene ist eine Zuchtrasse und wurde vom britischen Mönch und Bienenzüchter Bruder Adam über systematische Verpaarung der natürlichen Rassen entwickelt.