Viele Insekten und andere Kleintiere braucht der Neuntöter als Nahrung, dazu einen Ausguck, um sie auszuspähen. All das findet er auf dem Berg, in bewirtschaftfteten Magerwiesen mit Dornbüschen. Für den Singvogel sind Schlehe, Sanddorn oder Weißdorn ideale Brutplätze und Vorratskammern. Bei Nahrungsüberfluss spießt er seine Beute auf Dornen auf, um sie später zu verspeisen. Dass er zuerst genau neun Tiere tötet, bevor er sie frisst, ist ein Irrglaube. Trotzdem verhalf es dem Neuntöter zu seinem Namen.
1 – Schwarze Maske
Neuntötermännchen haben einen schwarzen Streifen quer über die Augen – fast wie die Maske des Zorro.
2 – Werkzeug Schnabel
Der Schnabel mit hakenförmiger Spitze ist ein praktisches Werkzeug beim Fangen, Zerteilen und Aufspießen der Beute.
3 – Maus und Heuschrecke am Spieß
Was nicht gleich verspeist wird – große Insekten, kleine Säugetiere u. a. –, spießt der Neuntöter auf Dornen auf. Vor dem Fressen zerteilt er die Nahrung. Schwer Verdauliches lässt er übrig.
4 – Reichhaltiger Speisezettel
Neuntöter fressen Insekten, die sie oft im Flug fangen, Kleinsäuger und kleine Reptilien.
5 – Wahre Größe
Von Kopf bis Schwanzspitze misst der Neuntöter 18 cm.
Laniidae, Würger
Passeriformes, Sperlingsvögel
Neuntöter verbringen den Winter in der Dornbusch- und Trockensavanne im Norden und Osten von Südafrika. Die weiten Strecken bewältigen sie mit bis zu 75 km/h, durch schnelle Flügelschläge und kurze Gleitphasen bewegen sie sich wellenförmig. Hin und zurück fliegen sie einen Rundkurs („Schleifenzug“): Ihr Heimzug (2) erfolgt sehr viel weiter östlich als der Wegzug (1). In Tirol leben durchschnittlich 500 bis 1.000 Brutpaare (2010 – 2018).
Der Neuntöter wird aktuell in der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet geführt. Sein Bestand ist jedoch aufgrund der Abnahme von strukturreichen Lebensräumen Österreichweit rückläufig.
Der Neuntöter bewegt sich in Höhenlagen von mindestens 470 bis maximal 2.200 Meter Meereshöhe. Durchschnittlich ist er in einer Höhe von 900 Metern verbreitet.