Schmetterlinge sind filigran, knallbunt und vielfältig – ein echter Hingucker im Insektenreich. Seit rund 200 Millionen Jahren bevölkern sie die Erde. Gezählte 175.000 Arten gibt es heute weltweit und vermutlich doppelt so viele, die noch nicht wissenschaftlich erfasst sind. Allein in Österreich sind 4.071 Arten – 215 Tag- und 3.856 Nachtfalter – nachgewiesen. In Tirol sind es 2.623 Arten, darunter 170 prächtige Tagfalter und 2.453 unauffälligere Nachtfalter.
Ihre lateinische Bezeichnung Heterocera – „Verschieden-Hörner“ – gibt einen Hinweis darauf, wie unterschiedlich die Tausenden Nachtfalterarten sind. Denn entstanden ist die Einordnung in Abgrenzung von den Tagfaltern, und so finden sich hier viele Familien, die kaum miteinander verwandt sind. Ersichtlich ist das an den Fühlern der Nachtfalter, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Alle Schmetterlingsarten, die bei Tag fliegen, sind Tagfalter. Ihre äußere Erscheinung kann – in Bezug auf Farben, Muster, Flügelformen und Größen – sehr unterschiedlich ausfallen. Tatsächlich sind aber alle Tagfalterarten eng miteinander verwandt.
Die Fühler von Nachtfaltern sind sehr unterschiedlich, beispielsweise fadenförmig, gezähnt, gesägt, bewimpert oder fiederförmig (v. l. n. r.).
Die Fühler der Tagfalter sind an ihren Enden knopfförmig verdickt.
Nachtfalter falten ihre Flügel fast ausnahmslos dachförmig über den Körper nach hinten oder strecken sie seitlich weg.
Tagfalter klappen ihre Flügel nach oben hin zu, das hilft ihnen unter anderem bei der Thermoregulierung.