Vieh macht Mist. Das gilt für Ziegen und Schafe, Rinder und Pferde – kurz: für alles, was auf Bergweiden grast. Doch lange bleibt der Kot nicht liegen. Dungkäfer verteilen und vergraben ihn so, dass Bakterien und Pilze ihn zersetzen können. Nährstoffe aus dem Dung werden zum Dünger für Keimlinge, Gräser und Blumen. Parasiten hingegen wird die Lebensgrundlage entzogen und das Weidevieh bleibt gesünder. Für das Ökosystem Trockenrasen sind Dungkäfer damit ebenso wichtig wie Bestäuber.
1 – Halsschild
Der schwarze Halsschild fällt zum Kopf hin steil ab.
2 – Horn
Männchen tragen ein s-förmiges Horn.
3 – Fühler
Die Fühler sind aufgefächert wie ein Blatt.
4 – Vorderbeine
Die vorderen, verbreiterten Beine dienen dem Käfer zum Tunnelgraben.
5 – Flügel
Die Deckflügel sind goldbraun mit schwarzen Sprenkeln.
6 – Wahre Größe
Onthophagus gibbulus wird 0,8 bis 1,5 cm lang.
Scarabaeidae, Blatthornkäfer
Onthophagus, Dungkäfer
1 Erwachsene Dungkäfer der Art Onthophagus gibbulus ernähren sich von Dunghaufen und paaren sich auch dort.
2 Nach der Paarung graben weibliche Käfer unter dem Haufen Gänge und legen an deren Enden Dung ab.
3 Aus dem Mist formen die Weibchen für jedes Ei einen Brutball mit Brutkammer. Darin legen sie das Ei und eigenen Kot ab.
4 Bakterien aus dem Kot des Weibchens besiedeln Ei und Larve. Diese Bakterien sorgen dafür, dass die Tiere später selbst Dung verdauen können.
5 Die Larven verpuppen sich nach drei Larvenstadien, werden in acht Tagen zu Käfern und schlüpfen bei günstigen Umweltbedingungen.
Quelle: Anne M. Estes et al., Brood Ball-Mediated Transmission of Microbiome Members in the Dung Beetle, 2013.
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Arten in Mitteleuropa
Dungkäfer kommen in Europa, Asien und Nordafrika vor, nach Nordamerika wurden sie eingeschleppt. In Österreich finden sich ca. 100 Dungkäferarten.
Die Dungkäferarten erledigen ihre Drecksarbeit unterschiedlich: Dungbewohner fressen sich durch die Kothaufen. Tunnelbauer wie Onthophagus gibbulus legen unter den Haufen Gänge an und verteilen darin Dungbälle. Roller formen kleine Kugeln und lagern sie als Nahrung für ihre Nachkommen
Für Dungkäfer ist nur fester Mist guter Mist: Kuhfladen, Pferdeäpfel oder Schafskötel sind ihr Rohstoff. Wird Jauche oder flüssiger Mist großflächig auf das Feld verteilt, riechen die Käfer die Dunghaufen nicht mehr. Dungkäfer sind je nach Art unterschiedlich stark gefährdet. Onthophagus gibbulus gilt in Westösterreich als gefährdet, in Bayern und Teilen Ostösterreichs als ausgestorben.