Apollofalter mögen es sonnig, heiß und trocken – ganz so wie am Berg Parnass, der in der griechischen Mythologie dem Gott Apollo geweiht ist. Die Falter leben zwischen Schutt und Fels, auf Trocken- und Magerrasen, auf Steinmauern und Abraumhalden von Steinbrüchen. Entscheidend ist das Nahrungsangebot. Die Raupen des Roten Apollos benötigen Weißen Mauerpfeffer (Sedum album), die erwachsenen Falter blau und violett blühende Nektarpflanzen: Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Oregano (Origanum vulgare) und Alpen-Kratzdistel (Cirsium spinosissimum). Wächst das Offenland zu, dann verschwinden mit den genannten Pflanzen auch die Apollofalter.
1 – Fühler
Anders als bei anderen Parnassius-Arten sind die Fühler beim Roten Apollo einfarbig grau mit schwarzen Kolben.
2 – Hinterflügel mit Augenflecken
Die schwarz eingefassten roten Augenflecken (Ozellen) mit weißem Spiegel auf den Hinterflügeln sind bei Weibchen größer als bei Männchen. Sie warnen Fressfeinde vor dem Gift der Falter.
3 – Schuppen
Die tropfenförmigen, dachziegelartig geformten Schuppen der Flügel sorgen für die Farbgebung und bieten einen guten UV-Schutz.
4 – Wahre Größe
Der Rote Apollo hat eine Flügelspannweite von 6 bis 9 cm.
Papilionidae, Ritterfalter
Parnassius
Ausgehend vom sibirisch-mongolischen Raum breitete sich der Apollofalter in Europa und Asien von Spanien bis China aus. Von insgesamt 600 Parnassius-Arten kommen nur 6 in Österreich vor, meistens in Lagen von 1.000 bis maximal 2.000 Meter Meereshöhe.
Der Rote Apollo kommt im Naturpark Kaunergrat heute öfter vor als vor 75 Jahren. An früheren Standorten, etwa im Inn- und Wipptal, ist der Rote Apollo heute kaum mehr nachzuweisen. Im Naturpark Kaunergrat, wo Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt gesetzt werden, kommt er heute öfter vor als vor 75 Jahren.
Durch Verbuschung und Aufforstung von Offenland gehen die Lebensräume des Apollofalters massiv verloren. Der Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft setzt der Schmetterlingsart ebenfalls zu. In Europa ist der Rote Apollo daher stark bedroht und streng geschützt.