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Roter Apollo

Roter Apollo
Parnassius apollo

Apollofalter mögen es sonnig, heiß und trocken – ganz so wie am Berg Parnass, der in der griechischen Mythologie dem Gott Apollo geweiht ist. Die Falter leben zwischen Schutt und Fels, auf Trocken- und Magerrasen, auf Steinmauern und Abraumhalden von Steinbrüchen. Entscheidend ist das Nahrungsangebot. Die Raupen des Roten Apollos benötigen Weißen Mauerpfeffer (Sedum album), die erwachsenen Falter blau und violett blühende Nektarpflanzen: Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Oregano (Origanum vulgare) und Alpen-Kratzdistel (Cirsium spinosissimum). Wächst das Offenland zu, dann verschwinden mit den genannten Pflanzen auch die Apollofalter.

Anders als bei anderen Parnassius-Arten sind die Fühler beim Roten Apollo einfarbig grau mit schwarzen Kolben.

Die schwarz eingefassten roten Augenflecken (Ozellen) mit weißem Spiegel auf den Hinterflügeln sind bei Weibchen größer als bei Männchen. Sie warnen Fressfeinde vor dem Gift der Falter.

Die tropfenförmigen, dachziegelartig geformten Schuppen der Flügel sorgen für die Farbgebung und bieten einen guten UV-Schutz.

Der Rote Apollo hat eine Flügelspannweite von 6 bis 9 cm.

Eier

Das Weibchen legt die weißen, rundlichen, gekörnten Eier in den Weißen Mauerpfeffer. In ihrer liebsten Futterpflanze überwintert die Raupe im Ei und schlüpft im Frühjahr.

Raupen

Die Raupen fressen Weißen Mauerpfeffer und manchmal Hauswurz. In der Pflanze nehmen sie auch Sonnenbäder.

Mumienpuppen

Die schwarzbraunen Puppen sind bläulich bereift.

Familie

Papilionidae, Ritterfalter

Gattung

Parnassius

Verbreitung

Ausgehend vom sibirisch-mongolischen Raum breitete sich der Apollofalter in Europa und Asien von Spanien bis China aus. Von insgesamt 600 Parnassius-Arten kommen nur 6 in Österreich vor, meistens in Lagen von 1.000 bis maximal 2.000 Meter Meereshöhe.

Verbreitung in Tirol seit 1949

Der Rote Apollo kommt im Naturpark Kaunergrat heute öfter vor als vor 75 Jahren. An früheren Standorten, etwa im Inn- und Wipptal, ist der Rote Apollo heute kaum mehr nachzuweisen. Im Naturpark Kaunergrat, wo Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt gesetzt werden, kommt er heute öfter vor als vor 75 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Durch Verbuschung und Aufforstung von Offenland gehen die Lebensräume des Apollofalters massiv verloren. Der Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft setzt der Schmetterlingsart ebenfalls zu. In Europa ist der Rote Apollo daher stark bedroht und streng geschützt.